
Jay Wilson, Game Director für Diablo 3, hat gestern einen Brief an die Fan-Gemeinde von Diablo 3 veröffentlicht. Im Großen und Ganzen geht es dabei um die vielen verschiedenen Änderungen und die Gründe dahinter.
"Niemand wird sich später daran erinnern, ob das Spiel mit Verspätung erschienen ist, sondern einzig und allein daran, ob es großartig ist."
Unter diesen Änderungen fallen auch die nicht mehr existierenden Identifikationsrollen. Nach Wilson gehört die Identifizierung von Gegenständen natürlich immer noch zur Diablo-Reihe und wird auch im dritten Teil nicht fehlen, allerdings soll kein extra Gegenstand dafür benötigt werden. Im fertigen Spiel soll dazu ein einfacher Rechtsklick ausreichen.
Dem Schnitt fiel auch die Mystikerin zum Opfer. Die Verbesserungen der zauberkundigen Dame seien "nichts anderes als das Sockel- und Edelsteinsystem unter anderem Namen", wie Wilson in dem Brief bekannt gab. Eine Änderung an diesem Anpassungssystem hätte den nur Release noch weiter verzögert. Der Game Director hofft aber selbst, das die Mystikerin zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Diablo 3 integriert wird.
Zu den kleineren Änderungen zählt unter anderem, dass der Stein der Heimkehr ab jetzt wieder Stadtportal heißt und in die Fertigkeitsleiste integriert wurde. Dafür wurden allerdings der Kessel von Jordan und der Nephalemwürfel entfernt. Wie das Stadtportal dienen der Kessel und der Würfel zum schnellen Wiederverwerten und Verkaufen von Items. Wilson gab dazu bekannt, dass beide zu sehr von den Vorteilen der Städte und ihrer Einwohner ablenken würden. Als Ansprechpartner für die Wiederverwertung dient ab jetzt der Schmied. Außerdem können keine gewöhnlichen Gegenstände mehr wiederverwertet werden.

Des Weiteren wurde beschlossen, dass der fünfte Platz in der Aktionsleiste entfernt wird und einer Schaltfläche für Tränke weichen muss. Es soll auch weiterhin nicht möglich sein, wie in Diablo 2, einem Trank nach dem anderen zu schlucken. Man wolle aber, dass die Spieler sich im Notfall ihrer Tränke immer bewusst seien.
Außerdem wurden die Hauptattribute geändert, die ab sofort Stärke, Geschicklichkeit, Intelligenz und Vitalität lauten. Während ihr mit Stärke den Schaden des Barbaren und eure Rüstung erhöht, verbessert das Attribut Geschicklichkeit eure Ausweichchance und den Schaden von Mönch und Dämonenjäger. Intelligenz beeinflusst euren Schaden als Zauberer und Hexendoktor sowie die Heilkraft der Heilkugeln. Eure Lebenspunkte bestimmt die Vitalität. Die Rüstung übernimmt nun die Funktion der entfernten Verteidigung, die ehemalige Rüstung heißt jetzt physischer Widerstand und die Präzision wird von der kritischen Trefferchance ersetzt.
"Wir möchten, dass Diablo III gleich bei Veröffentlichung das bestmögliche Spiel ist. Dazu werden wir auch weiterhin alte Systeme neu auflegen, solche überarbeiten, über deren optimale Nutzung ihr euch lange Gedanken gemacht habt, und Funktionen entfernen, die ihr inzwischen möglicherweise als Schlüsselelemente betrachtet. Wir hoffen, dass Diablo III durch diese Art der Überarbeitung, bei der wir uns selbst und unsere Entscheidungen ständig hinterfragen, letztlich nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt unsere Erwartungen erfüllen wird, sondern auch noch zehn Jahre nach seinem Erscheinen."